Wie man sich kennenlernt

Der gängige und harmlose Opener eines jeden Kennenlernen-Smalltalks ist die Frage, warum man hier ist. Als Neuling wird man mit einem freundlichen „Bist Du QE oder DBT?“ begrüßt. Das heißt so viel wie: Bist Du süchtig oder bist Du verrückt und süchtig? Die rein Süchtigen kommen in den „Qualifizierten Entzug“ (QE). Die „Verrückten“, heißt Personen mit einer Persönlichkeitsstörung und Sucht sind in der „Dialektisch behavoralen Therapie“ (DBT). Nachdem man so schon mal das Wesentliche geklärt hat, schließt sich die Frage nach der Art der Suchtmittelabhängigkeit an. Die Gegenfrage wird meist von episodischen biographischen Erzählungen begleitet, die einen in den wenigsten Fällen unberührt lassen und man erstmal ein paar Stunden verarbeiten müsste. So sammeln sich in meinem Kopf innerhalb kurzer Zeit Steckbriefe mit Gesichtern, Namen, Alter, Drogenbiographien: Geschichten vom Scheitern, vom Kämpfen und vom Aufstehen, die jedoch vorerst alle am gleichen Punkt enden: Hier und heute und mit mir in dieser Klinik.

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